| Welche
der beiden in der OECD-Draft angeführten Wasserlinsenarten
soll man nehmen, wenn der Wasserlinsentest für Umweltproben
und Chemikalientestung neu aufgebaut werden soll? |
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Beim
internationalen OECD Ringtests wurden 35 Testsets mit Lemna minor aber
nur 14 Sets mit L.gibba eingereicht. L. gibba wird in der Hauptsache
von Pflanzenschutzmitteltestern für die USA eingesetzt. DIN und
auch wahrscheinlich in Zukunft ISO werden L. minor als Hauptart und
L. gibba als zweite Wahl (bei Notwendigkeit) führen. Außer
in der ASTM-Norm kann oder muß bei allen anderen Normen Lemna
minor verwendet werden.
Die
uns bekannten Erfahrungen mit L. minor sehr gut. Die wenigen Anwender
von L. gibba berichten gelegentlich über sehr kompakte, dicke Fronds
bei einzelnen Tests. Dies führt zu Effekten auf die Frondgröße
aber bleibt ohne Auswirkungen auf die Biomasse, was die Auswertung nicht
unbedingt erleichtert.
Diese
Frondverdickung ist eine Grundeigenschaft von L. gibba (gibba bedeutet
verdickt oder aufgebläht) und tritt bei Außenreizen auf,
u. U. wird sie auch schon durch Sommer / Winter-Veränderungen hervorgerufen.
Zur
relativen Empfindlichkeit beider Arten liegen kaum Aussagen vor. Beim
OECD Ringtest mit Kaliumdichromat schnitt L. minor etwas empfindlicher
ab, was aber nicht als eindeutiger Nachweis generell höherer Empfindlichkeit
gewertet wurde.
Standards and
guidelines:
AFNOR 1996 Determination
of the inhibitory effect on the growth of Lemna minor XP T 90-337
APHA 1992 Toxicity Part 8000 8-32-8-39 in: Standard methods for the
examination of water and wastewater 18th ed., APHA, AWWA, WEF, Washington
ASTM, 1991. Conducting static toxicity tests with Lemna gibba. Guide
E 1415-91. Annual book of ASTM standards. Section 11 Water and environmental
technology. Vol. 11.04. ASTM, Philadelphia, U.S.
Cowgill U. M., Milazzo D. P. and Landenberger B. D., 1989. A comparison
of the effect of triclopyr triethylamine salt on two species of duckweed
(Lemna) examined for a 7- and 14-day test period. Water Research 23:
617 - 623.
Cowgill U. M., Milazzo D. P. and Landenberger B. D., 1991. The sensitivity
of Lemna gibba G-3 and four clones of Lemna minor to eight common chemicals
using a 7-day test. Research Journal of the Water Pollution Control
Federation 63:991 - 998.
Environment Canada 1998 Biological test method: test for measuring the
inhibition of growth using the freshwater macrophyte lemna minor Report
EPS 1/RM/37
EPA 1996 Ecological effects test Guidelines OPPTS 850.4400 Aquatic plant
toxicity test using lemna ssp., Tiers I and II , EPA 712-C-96-156
EPA, 1989. Lemna acute toxicity test. US-EPA: 40 CFR Ch. I (7-1-89 Edition).
Part 797-1160. Environmental effects testing guideline. Subpart B Aquatic
guidelines.
ISO/CD 15799 1999 Soil quality - Guidance on the ecotoxicological characterizations
of soil and soil materials
NAEP, 1990. Toxicity testing method with Lemna minor. National Agency
for Environmental Protection, Sweden. Report 3755.
OECD 1998 Draft OECD test guideline: Lemna growth inhibition test
SIS 1995 Swedish Institute of Standards Water quality - determination
of growth inhibition (7-d) Lemna minor),duckweed SS 02 82 13
| Wasserlinsentest
und Normung |
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Für den Wasserlinsentest
liegen nationale Normen in Frankreich (AFNOR 1996), Schweden (SIS 1995),
USA (APHA 1992, ASTM 1991, EPA 1996) und Kanada (Environment Canada
1998) vor. Auf OECD-Ebene (Pflanzenschutzmittel, Chemikalienprüfung)
wurde zum auf der Basis des Entwurfes der Guideline 221 Lemna
sp. Growth Inhibition Test ein internationaler Ringtest mit 37
Teilnehmern erfolgreich abgeschlossen (OECD 1998). Die Guideline 221
liegt als "revised draft document" vor (10/2000). Die Endfassung
wird in Kürze erwartet.
Für den DIN/ISO Bereich (Abwasser, Abfall, Boden) wurde nach Ausarbeitung
eines vollständigen Normentwurfes in Deutschland das offizielle
ISO-Normierungsverfahren im Sommer 2000 gestartet. Diese Norm ISO/CD
20079 liegt jetzt als Water quality - Determination of the toxic
effect of water constituents and waste water to duckweed (Lemna minor)
- Duckweed growth inhibition test (ISO 2001) vor und wird Anfang
2002 auf der nächsten ISO-Sitzung in Philadelphia entsprechend
dem streng festgelegten Terminplan weiter behandelt. Dort werden auch
die Entscheidungen über einen Ringtest getroffen. Um Kommentare
und besonders englischsprachige Alternativformulierungsvorschläge
direkt an die nationalen ISO-Körperschaften (http://www.iso.ch/iso/en/aboutiso/isomembers/MemberCountryList.MemberCountryList)
wird gebeten.
Die Trennung zwischen Normen zur Testung von Chemikalien und Umweltproben
wird zunehmend verwischt. So können mit der ISO Norm entsprechend
ihrem Titel auch neben Abwasser auch Wasserinhaltsstoffe in Form einzelner
Chemikalien untersucht werden. Als untersuchbare Wasserinhaltsstoffe
gelten auch Eluate, die bei der Untersuchung von Boden und Abfall eine
wichtige Rolle spielen. Für den Bodenbereich haben hier schon umfangreiche
Validierungen stattgefunden. In der ISO Norm CD 15799 Soil quality
- Guidance on the ecotoxicological characterizations of soil and soil
Materials (ISO 1999) wird die im Anhang gelistete AFNOR Norm gegen
die ISO Wasserlinsen-Norm ausgetauscht werden und hiermit auch für
die formale Basis des Einsatzes des Wasserlinsentests im Bodenbereich
sorgen.
Für den Einsatz der OECD-Norm mit Umweltproben wie Abwässern
etc. gibt es einige praktische Hemmnisse bei der Verwendung des Mediums,
welches für die nährstofffreie Chemikalientestung entwickelt
und erprobt wurde. Beim zusätzlichen Eintrag von Nährstoffen
aus der Probe kommt es hier öfters zu Fördereffekten mit gleichzeitig
erheblicher Verringerung der Sensitivität.
In der OECD Norm für Biotests mit schwierigen Substanzen (OECD
2000b) wird der Wasserlinsentest wegen seiner breiten Einsetzbarkeit
auch in Suspensionen und trübem bzw. gefärbtem Testgut gesondert
erwähnt.
Alle Normen sind
kompatibel mit bildanalytischen Auswertungsmethoden, da diese auch die
Zählung der Fronds mit einschließen. OECD-, und auch DIN/ISO-Norm
fordern darüber hinaus auch die Gesamtfrondfläche (alternativ
zu Trockengewicht (OECD, ISO) oder Chlorophyllgehalt (ISO)) als empfindlichen
Beobachtungsparameter. Die in allen Normen geforderten, häufigsten
und arbeitsaufwendigsten Zusatzbeobachtungen (Frondverkleinerung, Chlorosen,
Nekrosen etc.) werden bildanalytisch ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand
quantifiziert. Spezielle Anforderungen wie die der ASTM-Norm (USA),
nur Fronds mit weniger als 50 Prozent Chlorosen zu zählen, können
von der Bildanalyse erfüllt werden.
Normen und Richtlinien
AFNOR 1996
Determination of the inhibitory effect on the growth of Lemna minor
XP T 90-337
APHA 1992
Toxicity Part 8000 8-32-8-39 in: Standard methods for the examination
of water and wastewater 18th ed., APHA, AWWA, WEF, Washington}
ASTM,1991
Conducting static
toxicity tests with Lemna gibba. Guide E 1415-91. Annual book of ASTM
standards. Section 11 Water and environmental technology. Vol. 11.04.
ASTM, Philadelphia, U.S.
Environment Canada
1998
Biological test method: test for measuring the inhibition of growth
using the freshwater
macrophyte lemna minor Report EPS 1/RM/37
EPA 1996
Ecological effects test Guidelines OPPTS 850.4400 Aquatic planttoxicity
test using lemna ssp., Tiers I and II , EPA 712-C-96-156}
ISO 1999
ISO/CD 15799 1999 Soil quality - Guidance on the ecotoxicological characterizations
of soil and soil materials
ISO 2001
Water quality - Determination of the toxic effect of water constituents
and waste water to duckweed (Lemna minor) - Duckweed growth inhibition
test ISO/CD 20079 August 2001
OECD 2000a
Proposal for Guideline 221 Lemna sp. Growth Inhibition Test OECD, October
2000
OECD 2000b
Revised draft guidance document on aquatic toxicity testing of difficult
substances and mixtures, OECD, January 2000
SIS 1995