|
| Die
Wasserlinse Allgemein |
|
Die
Wasserlinse (Lemna spec.) kann auf äußere Umwelteinflüsse
sehr differenziert reagieren. Abb.:1
Gesunde Wasserlinse (Lemna gibba)
Die Reaktionen sind dabei sehr unterschiedlich, und ergeben durch
Ihre Summe einen wirkstoffspezifischen "Fingerprint"
Neben
völliger Entfärbung (Nekrose), die z.B. bei der Zugabe von 4-Nitrophenol
auftritt  Abb2.: Nekrotische Lemna gibba
nach Zugabe von 4-Nitrophenol
kann es auch zu Formveränderungen
kommen. Besonders interessant ist dabei der Einfluß von TNT
 Abb 3.: Formveränderung
von Lemna gibba unter Einfluss von TNT (r. Aufsicht, l.
Seitenansicht)
Die Fronds der Wasserlinse
schieben sich zusammen, und heben den Vegetationskörper von der
Wasseroberfläche ab. Diese Aufwölbung ist in der Aufsicht als
nierenförmiger Frond zu erkennen. In der Seitenansicht sieht man,
dass die Blätter sich nach oben schieben.
Ein weitere wirkstoffspezifische
Effekte ist das selektive Absterben der Mutterfronds, wobei die
neugebildeten Fronds unverändert schnell wachsen. Dieser Effekt
tritt besonders stark bei 3,5-Dichlorphenol auf. Der umgekehrte
Effekt, also das selektive Absterben von Tochterfronds ist ebenfalls
zu beobachten.
Auf CuSO4
reagiert die Wasserlinse mit der Bildung besonders kleine Fronds.
Dieser Effekt ist nach Beendigung der Wirkstoffzugabe reversibel.
|
- 4-Nitrophenol:
Abbauprodukt von Parathion
|
- TNT:
Trinitro-toluol (Sprengstoff)
|
- Frond:
Die Funktion der Blätter stimmt morphologisch wahrscheinlich
nicht mit den Blättern der Wasserlinse überein. Aus diesem Grund
wird die Struktur als "Frond" bezeichnet.
|
- 3,5-Dichlorphenol ist ein Atmungskettenhemmer.
|
|
| Was
ist eine Wasserlinse? |
|
Die
Wasserlinse ist eine monokotyle, angiosperme Wasserpflanze. Sie gehört
in die Unterklasse der Arecidae, wo man sie den Arales zuordnet. Sie
steht somit in Verwandtschaft zu Palmen und Aronstabgewächsen. Desweiteren
spricht man ihr, wenn auch in geringem Maß, Ähnlichkeiten mit der Ordnung
der Poales zu. Zur Ordnung der Poales zählen fast alle Nutzgetreide.
Diese Verwandtschaft zeichnet sich durch das Keimen mit nur einem Keimblatt
aus. Die Monokotyledoneae sind, wie die Dicotyledoneae, Angiospermae
und haben sich phylogenetisch vor ca. 100 Millionen Jahren (obere Kreide)
voneinander getrennt. Die Lemnaceae sind fast weltweit verbreitet. Die
Wasserlinse ist gekennzeichnet durch:
Weberlin
und Schwantes (1979) definieren die Blattstrukturen oder auch Fronds
als "... im vorderen Teil einem Blatt, im hinteren einem rückgebildeten
Achsenkörper" entsprechend. Rohweder (1983) nennt sie schlicht
"Sproßglieder". In
unseren Breiten werden von Lemnaceen fast nie Blüten gebildet. Werden
Blüten gebildet, so erfolgt ihre Bestäubung höchstwahrscheinlich durch
Fliegen. Die unscheinbaren Früchte werden vom Wasser verbreitet. 
Dudley
(1981) hat die Zusammensetzung, das Wachstum und die Nutzung von mehreren
Lemnaceen Arten untersucht und hat folgende Ergebnisse zusammengetragen: '
| Abhängigkeit
der G-Werte im Wasserlinsen- und Algentest von der Berechnungsmethode
der Hemmwerte und der absoluten Wachstumsrate der Kontrolle |
|
Matthias Eberius
Der
Simulation verschiedener Wasserlinsenteste lag die Frage zugrunde, inwieweit
sich der über Biomasseintegral und Biomassezuwachs ermittelte G-Wert
ändert, wenn bei konstanter Hemmung der Wachstumsrate (willkürlich gewählter
Fixpunkt 20 % Hemmung der Wachstumsrate bei Verdünnungsstufe 512),
die absolute Wachstumsrate der Kontrolle und der Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
sich verändert.Die absolute Wachstumsrate der Kontrolle wird in Biotestnormen
nur durch Minimalwerte begrenzt, die Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
ist probenspezifisch, also gar nicht normierbar. Um ein Gefühl für
die Größe der Effekte für Bioteste mit exponentiellem Wachstum zu bekommen,
wurden sowohl typische absolute Wachstumsraten des Algenteste als auch
des Wasserlinsenteste eingesetzt. Als Randbedingungen dieser numerischen
Simulation wurde strikt exponentielles Wachstum und eine log-lineare
Konzentrations-Wirkungsbeziehung der Wachstumsrate angenommen. Derartige
annähernd log-lineare Beziehungen wurden bei Wasserlinsen für die Konzentrations-Wirkungsbeziehung
der Wachstumsrate öfter beobachtet, das Modell kann aber auch auf eine
sigmoide Beziehung erweitert werden. Um die verschiedenen Testszenarien
vergleichbar zu machen und möglichst große Bereiche der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
abzudecken, wurde für eine 20 %ige Hemmung der Wachstumsrate für G =
512 festgelegt, d. h. der G-Wert aller Proben ist 768. Eine 20 %ige
Hemmung der Wachstumsrate entspricht je nach absoluter Wachstumsrate
der Kontrolle einer 37 bis 44 %igen Hemmung der Endwerte (final biomass).
Der hohe G-Wert hat keinen Einfluß auf das zu erzielende Ergebnis, da
es dort immer nur relative Differenzen zwischen G-Stufen geht, die unabhängig
vom Absolutwert der G-Stufe bzw. der Konzentration immer gleich bleiben.
Für die Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung wurden 4 Fälle
aus realen Versuchen abstrahiert. So entspricht das Szenario „steil“
der Steigung in einem Test mit Dichlorphenol, „mittel“, einem Test mit
Trifluralin, „flach“ einem Test mit Kaliumdichromat und das Szenario
„sehr flach“ einem Test mit einer Umweltprobe. Die letzteren Daten wurden
freundlicherweise von Frau Vietoris (LUA NW) zur Verfügung gestellt.
Bei den Wachstumsraten der Wasserlinsen (Testdauer 7 Tage) wurde der
minimale nach OECD valide Wert von 0,275 d-1 , ein mittlerer
Wert von 0,325 d-1 und eine hohe Wachstumsrate von 0,375
d-1 verwendet. Aus Vergleichsgründen wurden auch Daten für
den dreitägigen Algentest mit der minimalen validen absoluten Wachstumsrate
0,9 d-1 und der hohen aber noch erreichbaren absoluten Wachstumsrate
von 1,9 d-1 mitberechnet. Dies soll nur demonstrieren, daß
die hier diskutierte Problematik kein Spezialfall des Wasserlinsenteste
ist, sondern genauso beim umfassend genormten und zur Feststellung von
G-Stufen häufig eingesetzten Algentest auftreten kann. Die Graphiken
dienen der Darstellung der Konzentrations-Wirkungsbeziehungen nach Umrechnung
der Verdünnungsstufen in Volumenanteile. In den Tabellen zu jedem Szenario
sind jeweils die Felder dick umrandet, die der ersten Verdünnungsstufe
entsprechen, bei der die nach der in der ersten Spalte angegebenen Methode
und absoluten Wachstumsrate der Kontrolle berechneten Hemmwerte erstmals
die 20 % Marke unterschreiten. Die fettgrdruckte Zahl in der Zeile „Rate
alle“ ist als Orientierungspunkt der 20 %ige Hemmwert der Wachstumsrate;
kursiv/unterstrichen ist der erste Hemmwert der Wachstumsrate, der die
10 % Marke unterschreitet.Die angegebenen Wachstumsrate 0,275, 0,325
und 0,375 beziehen sich auf den Wasserlinsentest mit 7 Tagen, die Werte
0,9 und 1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen Dauer.
Für das Szenario „steil“ gibt es keine G-Wert-Unterschiede zwischen
den Berechnungsmethoden und absoluten Wachstumsraten der Kontrolle,
die von der absoluten Wachstumsrate oder der Berechnungsmethode abhängig
wären.
| G-Wert
| 12288
| 8192
| 6144
| 4096
| 3072
| 2048
| 1536
| 1024
| 768
| 512
| 384
|
| Rate
alle | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 20,1 | 32,8
|
| Endwert
0,275 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 37,6
| 54,8
|
| Integral
0,275 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 32,7
| 49,0
|
| Endwert
0,325 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 40,9
| 58,6
|
| Integral
0,325 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 35,5
| 52,2
|
| Endwert
0,375 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 44,2
| 62,2
|
| Integral
0,375 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 38,3
| 55,4
|
| Endwert
0,9 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 44,9
| 63,0
|
| Integral
0,9 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 40,3
| 57,7
|
| Endwert
1,9 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 68,5
| 84,8
|
| Integral
1,9 | 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 0,0
| 64,9
| 81,7
|
 |
Für
das Szenario „mittel“ liegen die aus der Hemmung von Endwert und Integral
ermittelten G-Werte für die Wasserlinsen und die niedrige Algenwachstumsrate
um eine Stufe, für die hohe absolute Wachstumsrate der Algen schon
um 2 Stufen unterhalb der mit der Hemmung der Wachstumsrate ermittelten
G-Werte. Die Berechnungsmethode beginnt also, Einfluß auf das Ergebnis
auszuüben. Hier zeichnet sich schon bei einem Wert ab, daß das Biomasseintegral
trotz strikt exponentiellen Wachstums generell zu etwas niedrigen G-Werten
führt als der Biomassezuwachs.Die angegebenen Wachstumsrate 0,275, 0,325
und 0,375 beziehen sich auf den Wasserlinsentest mit 7 Tagen, die Werte
0,9 und 1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen Dauer.
|
G-Wert
|
12288
|
8192
|
6144
|
4096
|
3072
|
2048
|
1536
|
1024
|
768
|
512
|
384
|
|
Rate alle
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
5,2 |
10,8
|
20,1
|
25,7
|
|
Endwert 0,275
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
11,1
|
22,0
|
37,5
|
45,7
|
|
Integral 0,275
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
9,4
|
18,8
|
32,7
|
40,2
|
|
Endwert 0,325
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
12,4
|
24,3
|
40,8
|
49,3
|
|
Integral 0,325
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
10,4
|
20,6
|
35,4
|
43,3
|
|
Endwert 0,375
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
13,7
|
26,6
|
44,1
|
52,9
|
|
Integral 0,375
|
0
|
0
|
0
|
0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
11,4
|
22,5
|
38,2
|
46,3
|
|
Endwert 0,9
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
14,0
|
27,1
|
44,8
|
53,6
|
|
Integral 0,9
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
12,2
|
24,0
|
40,2
|
48,6
|
|
Endwert 1,9
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
25,7
|
46,2
|
68,3
|
77,1
|
|
Integral 1,9
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
23,8
|
43,2
|
64,8
|
73,6
|

Die
Graphiken dienen der Darstellung der Konzentrations-Wirkungsbeziehungen
nach Umrechnung der Verdünnungsstufen in Volumenanteile. In den Tabellen
zu jedem Szenario sind jeweils die Felder dick umrandet, die der ersten
Verdünnungsstufe entsprechen, bei der die nach der in der ersten Spalte
angegebenen Methode und absoluten Wachstumsrate der Kontrolle berechneten
Hemmwerte erstmals die 20 % Marke unterschreiten. Die fettgrdruckte
Zahl in der Zeile „Rate alle“ ist als Orientierungspunkt der 20 %ige
Hemmwert der Wachstumsrate; kursiv/unterstrichen ist der erste Hemmwert
der Wachstumsrate, der die 10 % Marke unterschreitet. Die angegebenen
Wachstumsrate 0,275, 0,325 und 0,375 beziehen sich auf den Wasserlinsentest
mit 7 Tagen, die Werte 0,9 und 1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen
Dauer. Auch für das Szenario „flach“ zeigt sich, daß die G-Stufe der
Hemmung der Wachstumsrate um 1 oder 2 Stufen von den über Integral
und Endwert ermittelten Stufen abweicht. Bei den Wasserlinsen kann durch
Minimierung der absoluten Wachstumsrate in den Grenzen der OECD-Norm
(µ mindestens 0,275 d-1) und/oder die Berechnung der Hemmung
aus dem Integral die G-Stufe um eine Einheit verkleinert werden. Durch
die grobe Rasterung des Verdünnungsschemas treten bei den hier gewählten
Parametern bei den Algen trotz stark unterschiedlicher absoluter Wachstumsraten
keine Verschiebungen der G-Stufen auf. Die Zahlenwerte in der Tabelle
zeigen jedoch, daß dies kein genereller Zustand ist, da die Hemmwerte
für µ=1,9 d-1 fast doppelt so hoch sind wie die für µ= 0,9
d-1, aber bei der Verdünnungsstufe 1024 zumindest knapp immer
über 20 % liegen.
|
G-Wert
|
12288
|
8192
|
6144
|
4096
|
3072
|
2048
|
1536
|
1024
|
768
|
512
|
384
|
|
Rate alle
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
2,0
|
8,9 |
13,1
|
20,0
|
24,3
|
|
Endwert 0,275
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
4,4
|
18,4
|
26,1
|
37,5
|
43,7
|
|
Integral 0,275
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
3,7
|
15,7
|
22,4
|
32,6
|
38,4
|
|
Endwert 0,325
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
4,9
|
20,4
|
28,7
|
40,8
|
47,3
|
|
Integral 0,325
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
4,1
|
17,2
|
24,5
|
35,4
|
41,3
|
|
Endwert 0,375
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
5,5
|
22,4
|
31,4
|
44,1
|
50,8
|
|
Integral 0,375
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
4,5
|
18,9
|
26,7
|
38,1
|
44,4
|
|
Endwert 0,9
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
5,6
|
22,9
|
32,0
|
44,8
|
51,5
|
|
Integral 0,9
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
4,9
|
20,1
|
28,3
|
40,2
|
46,6
|
|
Endwert 1,9
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
10,7
|
39,9
|
52,8
|
68,3
|
75,2
|
|
Integral 1,9
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
0,0
|
9,9
|
37,2
|
49,6
|
64,7
|
71,6
|

Die
Graphiken dienen der Darstellung der Konzentrations-Wirkungsbeziehungen
nach Umrechnung der Verdünnungsstufen in Volumenanteile. In den Tabellen
zu jedem Szenario sind jeweils die Felder dick umrandet, die der ersten
Verdünnungsstufe entsprechen, bei der die nach der in der ersten Spalte
angegebenen Methode und absoluten Wachstumsrate der Kontrolle berechneten
Hemmwerte erstmals die 20 % Marke unterschreiten. Die fettgrdruckte
Zahl in der Zeile „Rate alle“ ist als Orientierungspunkt der 20 %ige
Hemmwert der Wachstumsrate; kursiv/unterstrichen ist der erste Hemmwert
der Wachstumsrate, der die 10 % Marke unterschreitet. Die angegebenen
Wachstumsrate 0,275, 0,325 und 0,375 beziehen sich auf den Wasserlinsentest
mit 7 Tagen, die Werte 0,9 und 1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen
Dauer. Beim Szenario „sehr flach“ streuen die G-Werte sowohl für Algen
als auch für Wasserlinsen über jeweils 2 Stufen in Abhängigkeit von
der absoluten Wachstumsrate und der Auswertungsmethode Integral oder
Endwert. Hohe Wachstumsraten erhöhen bei beiden Teste die G-Stufe um
1 bis 2 je nach Auswertungsparameter (Endwert bzw. Integral) Die Wasserlinsen
erscheinen dabei aufgrund der Mathematik (Nichtberücksichtigung der
absoluten Wachtumsrate und der Testdauer in den Formeln beider Methoden)
um 2 Verdünnungsstufen ( Faktor 2) „unempfindlicher“ als die Algen.
Die G-Stufe der Hemmung der Wachstumsrate liegt um 4 – 7 G-Stufen niedriger!
|
G-Wert
|
12288
|
8192
|
6144
|
4096
|
3072
|
2048
|
1536
|
1024
|
768
|
512
|
384
|
|
Rate alle
|
1,5
|
3,8
|
5,5
|
7,8
|
9,5 |
11,8
|
13,5
|
16,0
|
17,5
|
20,0
|
21,5
|
|
Endwert 0,275
|
3,3
|
8,3
|
11,7
|
16,4
|
19,6
|
23,9
|
26,8
|
31,0
|
33,5
|
37,4
|
39,7
|
|
Integral 0,275
|
2,7
|
7,0
|
9,9
|
13,9
|
16,7
|
20,4
|
23,0
|
26,8
|
29,0
|
32,6
|
34,7
|
|
Endwert 0,325
|
3,7
|
9,3
|
13,1
|
18,2
|
21,7
|
26,3
|
29,5
|
34,0
|
36,6
|
40,8
|
43,2
|
|
Integral 0,325
|
3,0
|
7,7
|
11,0
|
15,3
|
18,3
|
22,4
|
25,2
|
29,2
|
31,6
|
35,3
|
37,5
|
|
Endwert 0,375
|
4,1
|
10,3
|
14,5
|
20,0
|
23,8
|
28,8
|
32,2
|
37,0
|
39,7
|
44,1
|
46,5
|
|
Integral 0,375
|
3,4
|
8,5
|
12,1
|
16,8
|
20,1
|
24,4
|
27,4
|
31,7
|
34,2
|
38,1
|
40,4
|
|
Endwert 0,9
|
4,2
|
10,5
|
14,8
|
20,4
|
24,3
|
29,4
|
32,8
|
37,6
|
40,4
|
44,8
|
47,3
|
|
Integral 0,9
|
3,6
|
9,2
|
12,9
|
18,0
|
21,4
|
26,0
|
29,1
|
33,5
|
36,1
|
40,2
|
42,5
|
|
Endwert 1,9
|
8,1
|
19,6
|
26,9
|
36,1
|
42,0
|
49,3
|
53,9
|
60,0
|
63,4
|
68,3
|
70,9
|
|
Integral 1,9
|
7,4
|
18,2
|
25,0
|
33,6
|
39,2
|
46,1
|
50,6
|
56,6
|
59,9
|
64,7
|
67,4
|

Die Graphiken dienen der Darstellung der Konzentrations-Wirkungsbeziehungen
nach Umrechnung der Verdünnungsstufen in Volumenanteile. In den Tabellen
zu jedem Szenario sind jeweils die Felder dick umrandet, die der ersten
Verdünnungsstufe entsprechen, bei der die nach der in der ersten Spalte
angegebenen Methode und absoluten Wachstumsrate der Kontrolle berechneten
Hemmwerte erstmals die 20 % Marke unterschreiten. Die fettgrdruckte
Zahl in der Zeile „Rate alle“ ist als Orientierungspunkt der 20 %ige
Hemmwert der Wachstumsrate; kursiv/unterstrichen ist der erste Hemmwert
der Wachstumsrate, der die 10 % Marke unterschreitet.Die angegebenen Wachstumsrate 0,275, 0,325 und 0,375
beziehen sich auf den Wasserlinsentest mit 7 Tagen, die Werte 0,9 und
1,9 jeweils auf den Algentest mit 3 Tagen Dauer. Zusammenfassung
und DiskussionDie durch Normen erlaubten und praktisch möglichen Unterschiede
bei den absoluten Wachstumsraten und die Wahl zwischen Biomasseintegral
und Zuwachs als Berechnungsgrundlage führen auch in Extremfällen zu
maximal 2 G-Stufen Veränderung innerhalb eines Testsystems. Dies kann
auf Einleitungserlaubnis und Abwasserabgaben erhebliche Effekte haben,
wenn die Berechnungsmethoden und absoluten Wachstumsraten nicht sorgfältig
in die Normen integriert werden.Im Extremfall (sehr flache Konzentrations-Wirkungsbeziehung
, maximale gegen minimale absolute Wachstumsraten der Kontrollen) führen
die Unterschiede der absoluten Wachstumsrate dazu, daß für die gleiche
Hemmung der Wachstumsrate 4 G-Stufen „Empfindlichkeitsdifferenz“ zwischen
Algen und Wasserlinsen liegen. Direkte Vergleiche der „Empfindlichkeit“
beider Systeme sind folglich auf der Basis von Biomasseintegral und
Endwert nicht zulässig. Die Auswertung über die Wachstumsrate setzt
dagegen, wenn die Toxizitätseinstufungen konstant bleiben sollen, statt
einer 20 %igen Hemmung des Biomasseintegrals eine etwa 8 – 10 %ige
Hemmung der Wachstumsrate für Wasserlinsen und eine 4 – 6 %ige Hemmung
für Algen voraus. Für die weitere Bewertung der Relevanz dieser Simulation
sollten mehr Daten über die Steilheit der Konzentrations-Wirkungsbeziehung
für Umweltproben gesammelt und das in der Simulation zugrundegelegte
log-lineare Dosis-Wirkungsmodell überprüft und gegebenenfalls optimiert
werden. Werden statt G-Werten EC-Werte ermittelt, wächst die sichtbare
Differenz zwischen den verschiedenen Wachstumsraten und Auswertungsverfahren
wesentlich dramatischer, was die vorgestellten Graphiken und die Zahlenwerte
der Tabellen sehr deutlich zeigen. Dementsprechend hoch ist die Brisanz
der unterschiedlichen Absolutwerte für die Bewertung nach einem einheitlichen
Schema von festgelegten Auslöseschwellen (z. B. EC50 als
Maßstab für Toxizität). Generell zeigen derartige Simulationen dementsprechend
die Wichtigkeit der weitgehenden Normierung von Randbedingungen (Testdauer,
absolute Wachstumsraten der Kontrollen) und Auswertungsmethoden zur
Ermittlung vergleichbarer Ergebnisse. Wo eine Normierung nur begrenzt
(absolute Wachstumsrate der Kontrolle) oder gar nicht (Steilheit der
Konzentrations-Wirkungsbeziehung) möglich ist, kann eine Einbeziehung
dieser Testparameter in die Auswertungsmethode u. U. weiterhelfen.
| Beobachtungsparameter
im Wasserlinsentest |
|
Vergleich
Frondzahl - Frondfläche - Trockengewicht Der
klassische Wachstumsparameter beim Wasserlinsentest ist die Anzahl
aller sichtbaren Fronds (Blätter). Diese läßt sich zwar mit erheblichen
Zeitaufwand und begrenzter Reproduzierbarkeit, dafür aber ohne technisches
Gerät ermitteln. Nimmt die Zahl der durchgeführten Tests zu und die
toxische Hemmung ist gering, wird das manuelle Auszählen der Fronds
jedoch bald zum nicht zu unterschätzenden Zeit- und Kostenfaktor.
Der Einsatz hochentwickelter Bildauswertungsmethoden ermöglicht die
automatische Zählung aller Fronds und eine detaillierte Farbquantifizierung.
Gleichzeitig kann durch ein solches System noch die Fläche aller Fronds
bestimmt werden. Diese Bestimmung der Frondfläche ist zwar nur mit
den Methoden der Bildanalyse möglich, ist dafür aber wesentlich schneller,
objektiver und reproduzierbarer meßbar als die Frondzahl.Die Ermittlung
der Frondfläche als Beobachtungsparameter hat viele Vorteile für die
Testauswertung. Während bei der Frondzählung auch winzige Fronds genauso
bewertet werden wie ausgewachsene Mutterfronds, gehen bei der Frondflächenanalyse
die Einzelfronds proportional zu ihrer Größe in den Be-obachtungsparameter
ein. Dies kommt dem Konzept des Biomasseparameters erheblich näher
als die Frondzählung.Sollen die Hemmwerte der Wachstumsrate berechnet
und die Testvalidität geprüft werden, so zeigt sich ein weiterer
Vorteil der Frondflächenanalyse. Während die Frondfläche praktisch
kontinuierlich d.h. mit gleichbleibender Wachstumsrate wächst, nimmt
die Frondzahl in den ersten Testtagen mit einer unrealistisch hohen
Wachstumsrate zu, sofern der Effekt nicht durch eine Lagphase kompensiert
wird. Der Effekt beruht auf einem Testartefakt, da zu Testbeginn nur
3 bis 6 Kolonien mit ausgewachsenen oder zumindest halb ausgewachsenen
Fronds eingesetzt werden. Diese schieben dann, durch den Umsetzungsstreß
ggf. noch verstärkt, sehr schnell eine große Zahl kleiner Fronds aus
den Taschen heraus, was ein extrem hohes Wachstum vortäuscht und aufgrund
der kleinen Zahlen außerdem extrem hohe Standardabweichungen erzeugt
(Abbildung 1).
|

a |

b |
Abbildung1: Berechnung
der Wachstumsraten für die Frondzahl (a) und die Gesamtfrondfläche
(b) für einen 7-tägigen Test mit 5 Parallelen ohne Schadstoffbelastung
(Lemna minor, Steinberg Medium). Nach 2 –
3 Tagen nähert sich die Frondgrößenverteilung dann dem natürlichen
Kontinuum an und die Wachstumsrate stabilisiert sich. Dieses Meßartefakt
erschwert auch die signifikante Feststellung, ob in der Kontrolle
über den gesamten Testzeitraum exponentielles Wachstum herrscht.
Außerdem kann es Lagphasen verschleiern und die Werte von Wachstumsraten
verzerren.Mit
dem LemnaTec Scanalyser werden neben Frondzahl und Gesamtfrondfläche
auch die Frondgrößenverteilung ermittelt. Dies liefert wichtige Zusatzinformationen
und erklärt auch, warum die Gesamtfrondfläche meist zu niedrigeren
EC-Werten führt als die Frondzahl.Viele
Schadstoffe führen zu einer Verkleinerung der Fronds. Abbildung 2
zeigt die Konzentrations-Wirkungsbeziehung für Kaliumdichromat mit
den Beobachtungsparametern Frondfläche und Frondzahl, aus denen dann
jeweils die Hemmung des Biomasseendwertes und die der Wachstumsrate
berechnet wurden. Die Hemmung der Frondfläche ist bei gleicher Berechnungsart
bis zu 20 % größer als die der Frondzahl, was die typische Verkleinerung
der Fronds in Gegenwart von Kaliumdichromat anzeigt.Die
hier zusätzlich ermittelten Hemmwerte des Trockengewichts liegen zwischen
den Werten für die Anzahl und der Fläche. Dies deutet darauf hin,
daß der Schadstoffeinfluß zu einer Kompaktierung der Fronds geführt
hat.

Abbldung
2: Auswertung eines Wasserlinsentests mit Kaliumdichromat mit den Beobachtungsparametern
Gesamtfrondfläche, Frondanzahl und Trockengewicht. Es wurden jeweils
die Hemmwerte über den Endbiomasse und die Wachstumsrate berechnet.Diese
Verkleinerung der Fronds spiegelt die Frondgrößenverteilung deutlich
wider (Abb. 3). Mit zunehmender Schadstoffkonzentration verlagert sich
das Maximum der Größenverteilung hin zu kleineren Größenklassen.

Abbildung 3: Frondgrößenverteilung
eines Tests mit Kaliumdichromat in Abhängigkeit von der Konzentration. Die unterschiedlichen
Empfindlichkeiten der Beobachtungsparameter zeigen sich auch deutlich
in den ermittelten EC20- und EC50-Werten (Tab.
1). Die höheren EC-Werte, ermittelt auf der Basis der Hemmung der
Wachstumsraten, sind eine Folge der Berücksichtigung des exponentiellen
Wachstums und der absoluten Wachstumsraten. Die Vorteile der verschiedenen
Auswertungsmethoden werden an anderer Stelle ausführlich diskutiert.
Tabelle 1: EC-Werte für einen Test mit Kaliumdichromat in Abhängigkeit
vom Beobachtungsparameter und der Auswertungsmethode.
| |
EC20
[mg/L Kaliumdichromat] |
EC50
[mg/L Kaliumdichromat] |
|
Endwert |
Wachstumsrate |
Endwert |
Wachstumsrate |
|
Frondfläche |
0,3 |
0,8 |
0,9 |
6,1 |
|
Trockengewicht |
0,4 |
1,2 |
1,7 |
14,2 |
|
Frondzahl |
0,5 |
2,0 |
2,2 |
37,0 |
Die
EC-Werte liegen für die Frondzahl in Abhängigkeit von der Auswertungsmethode
und des Hemmwertes um den Faktor 1,5 bis 6 höher als bei der Frondfläche.
Das Trockengewicht als klassischer Biomasseparameter führt zu mittleren
EC-Werten, ist also deutlich weniger empfindlich als die Frondfläche.
Dies zeigt erneut, wie der Schadstoffeinfluß zuerst zu einer Kompaktierung
der Fronds führt. Fazit: Mit
Hilfe des LemnaTec Scanalysers lassen sich die Beobachtungsparameter
Einzel- und Gesamtfrondfläche objektiv, einfach und zerstörungsfrei
messen. In Kombination mit der parallel automatisch ermittelten Frondzahl
und der Farbanalyse werden die Wachstumsphänomene normkonform und sehr
aussagekräftig abgebildet. Dabei führt der Beobachtungsparameter Frondfläche
generell zu gleichen oder niedrigeren EC-Werten als die Frondanzahl
und das Trockengewicht. Die OECD-Richtlinie und die DIN-Norm für den
Wasserlinsentest berücksichtigen diese bildanalytische Weiterentwicklung
der Auswertungstechnik.
| Ermittlung
von Hemmwerten beim Wasserlinsentest |
|
Für
die Auswertung von Wachstumshemmtests mit annähernd exponentiell wachsenden
Organismen wie Algen und Wasserlinsen bestehen eine Reihe konkurrierender
Auswertungsmethoden. So beschreibt die OECD-Draft „Duckweed growth inhibition
test“ in Analogie zum Algentest für mehrfach messbare Beobachtungsparameter
die Auswertung nach Endbiomasse, Biomasseintegral und Wachstumsrate.
Die ökotoxikologische Aussagekraft und der mathematische Hintergrund
der verschiedenen Auswertungsmethoden wurde an anderer Stelle schon
umfassend diskutiert. Es wurde für die Berechnung von Hemmwerten der
Wachstumsrate gezeigt, dass diese generell niedriger sind, d.h. zu höheren
EC-Werten führen, als die Berechnung mit der Endbiomasse. Die Situation
wird weiter kompliziert, wenn, wie von der OECD-Richtlinie zum Wasserlinsentest
(Entwurf) oder durch die verschiedenen Anforderungsprofile mehrerer
Normen gefordert, mehr als ein Parameter ausgewertet werden sollen.
In Fällen in denen es zu chemikalienbedingten Frond-verkleinerungen
kommt, stellt die Frondfläche gegenüber der Frondzahl den empfindlicheren
Parameter dar. Treten Chlorosen auf, verhalten sich Chlorophyllgehalt
bzw. bildanalytischer Grünwert noch empfindlicher. 
Abbildung
1 : Auswertung eines Wasserlinsentests mit Kaliumdichromat mit den Beobachtungsparametern:
Gesamtfrondfläche, Frondanzahl und Trockengewicht. Es wurden jeweils
die Hemmwerte über den Endbiomasse und die Wachstumsrate berechnet.
Abbildung 1 zeigt eine umfassende Auswertung eines Wasserlinsentests
mit Kaliumdichromat, einer häufig verwendeten Referenzchemikalie. Ähnlich
flache Konzentrations-Wirkungsbeziehungen werden besonders bei unspezifischen
Wirkungen z. B. von Abwasserproben beobachtet. Die wichtige Konsequenz
für die praktische Testdurchführung ist, dass es besonders bei flachen
Konzentrations-Wirkungsbeziehungen unmöglich ist, mit den 5 als Minimum
geforderten Konzentrationsstufen einen statistisch abgesicherten EC50-
oder ECx-Wert für alle Beobachtungsparameter und Berechnungsmethoden
zu ermitteln. Sollten gleichzeitig auch NOEC-Werte ermittelt werden,
wird die optimale Festlegung der Konzentrationsstufen noch schwerer
möglich.
Einerseits soll zwischen den getesteten Konzentrationsstufen maximal
der Faktor 2 (OECD) liegen, andererseits sind für eine valide Berechnung
mindestens ein, besser jedoch zwei Werte ober- und unterhalb des gewünschten
toxikologischen Endpunktes notwendig. Wird dies nicht eingehalten, oder
sogar ohne Werte in diesem Bereich des Endpunkts extrapoliert, entstehen
häufig Daten mit sehr großem Vertrauensbereich. Derartige Werte sind
für legislative Zwecke ungeeignet.
Um die Ergebnisse eines Wasserlinsentests so flexibel zu gestalten,
dass damit die Anforderungen verschiedener Auswertungsverfahren bzw.
Genehmigungsbehörden, z. B. bei der PSM- und Chemikalienzulassung,
mit einem Test erfüllbar sind, ist es deshalb häufig sinnvoll, mehr
als 5 Konzentrationsstufen zu testen. Dies erhöht die Zahl der anzusetzenden
Proben, verhindert dabei auch die Wiederholung ganzer Testserien, wenn
nicht alle Endpunkte ausreichend erfasst wurden.
Die zeitintensive manuelle Datenaufnahme und Testauswertung entfällt
zugunsten der sehr zeiteffizienten Bildanalyse. Der Einsatz automatischer
Bildauswertungssysteme reduziert so die Kosten zusätzlicher Konzentrationsstufen
und bezahlt damit die höhere Stellplatzzahl und längere Zeit zum Ansetzen
der Zusatzproben. Damit kann die automatische Bildanalyse sowohl den
Zeitaufwand jedes Einzeltests reduzieren und gibt die Sicherheit, einen
validen Test durchzuführen. Darüber hinaus dokumentiert die Bildanalyse
mit dem LemnaTec Scanalyser ohne Mehraufwand auch weitgehende Quantifizierung
aller qualitativen Beobachtungsparameter, die bisher aufwendig und ungenau
beschrieben werden mußten. Die Speicherung aller Bilder ermöglicht außerdem
eine umfassende Qualitäts-kontrolle und erlaubt spätere Zweitanalysen
unter anderen Gesichtspunkten.
| Beobachtungsparameter
im Wasserlinsentest |
|
Die Farbe der Wasserlinsen
Die
Farbe von Pflanzen stellt einen wichtigen Parameter zur Beurteilung
des Vitalitätszustandes dar. Deshalb soll neben der Wachstumsgeschwindigkeit,
der Frond- und Koloniegröße auch die optischen Beurteilung der Färbung
der Pflanzen in die Auswertung des Wasserlinsentests mit einbezogen
werden. So zeigen schon hellere Grüntöne der Fronds (Blätter), besonders
aber gelb-chlorotische und graubraun-nekrotische Fronds deutlich, daß
Stoffe direkt oder indirekt negativ auf das Photosynthesesystem einwirken.
Jedoch auch eine Intensivierung des Grüntones, wie sie unter Einsatz
niedriger Triazinkonzentrationen auftritt, kann anzeigen, dass die Pflanze
versucht, Einwirkungen auf ihr Photosynthesesystem zu kompensieren.Diese
graduelle Einstufung der Vitalität durch die Färbung geschieht ohne
bildanalytische Systeme auf drei Wegen:ChlorophyllmessungAm Ende eines
Tests werden die Wasserlinsen in heißem Ethanol zerkleinert, über Nacht
extrahiert, filtriert und dann der Chlorophyllgehalt photometrisch bestimmt.
Das mit erheblichem Zusatzaufwand verbundene Verfahren führt bei genauer
Einhaltung aller Bedingungen und erfahrenem Personal zu einem reproduzierbaren
und empfindlichen Beobachtungsparameter. Da die Messung zerstörend erfolgt,
können hier keine Wachstumsreihen erstellt werden. Nur in Kombination
mit der Frondfläche können Farbvertiefungen oder Chlorosen von einer
Zu- bzw. Abnahme der Bildung von Biomasse unterschieden werden.Qualitative
Bemerkungen im VersuchsprotokollWerden nur Frondzahl und/oder die Gesamtfrondfläche
ermittelt, so muss der Testanwender entsprechend den Normen jede sichtbare
Veränderung der Wasserlinsen qualitativ beschreiben. Die Bewertung ist
mit hoher Subjektivität behaftet und erhöht den Zeitaufwand der Protokollierung
erheblich. Trotz des hohen Aufwandes können derartige Beobachtungen
nicht in die Ermittlungen von G-, EC-, oder NOEC-Werten eingehen und
erlauben nur sehr eingeschränkt eine Rekonstruktion der Beobachtungen.Frondklassifizierung
Um das gleichwertige Zählen gesunder, geschädigter und toter Fronds
zu vermeiden, wurde in amerikanischen Normen festgelegt, daß nur gesunde
Fronds und solche mit mindestens 50 % grüner Fläche als lebend, die
anderen als tot zu zählen sind. Dies führt jedoch in der Praxis zu einer
weiteren Steigerung des Zählaufwandes und zu erheblichen subjektiven
Einschätzungstoleranzen.Was leistet der LemnaTec Scanalyser bei der
Farbanalyse? Bei der reproduzierbaren Erkennung und quantitativen Klassifizierung
von Farben sind Bildanalyseverfahren dem menschlichen Auge weit überlegen.
Aus diesem Grund können die aus dem Bild für jedes Pixel ermittelten
Farben in eine Reihe von gut überschaubaren Auswertungsdaten überführt
werden.Farbklasseneinteilung der Gesamtfrondfläche 
Auf der Basis der Pixel aller Fronds werden Farbklassen eingeteilt,
z. B. dunkelgrün (gesund), mittelgrün (gesund aber jünger), hellgrün
(geschädigt), gelb (chlorotisch), braun + grau (nekrotisch). Damit wird
ohne Zusatzaufwand ein objektives quantitatives Bild der Entstehung
von Vitalität der Pflanzen in Abhängigkeit von der Zeit oder der Konzentration
erzeugt. Abbildung 1a zeigt die Anteile der Farbklassen an der Gesamtfrondfläche
für jede Konzentrationsstufe eines Tests mit. Kaliumdichromat. In Abbildung
1b werden alle Flächenanteile auf die Gesamtfrondfläche der Kontrolle
bezogen. Die Graphiken zeigen deutlich, die Zunahme an Chlorosen und
die Abnahme der Gesamtfrondfläche mit steigender Konzentration des Schadstoffes.
Auf der Basis solcher Graphiken lassen sich quantitative Aussagen zur
Färbung/Vitalität direkt und objektiv machen und leicht verständlich
dokumentieren.
Abbildung 1: Darstellung der Färbungen der Wasserlinsen bei einem Test
mit Kaliumdichromat am Testende nach 7 Tagen, relativ zur Gesamtfläche
der Kontrolle bestimmt mit dem LemnaTec Scanalyser. Einzelne FrondsDie
Farbklassenermittlung kann genauso für jedes Einzelfrond bzw. zweckmäßigerweise
für Frondgrößenklassen erfolgen. Dann können die Farbklassen jeweils
eines Testansatzes oder die Mittelwerte einer Konzentrationsstufe über
die Frondgrößenverteilung dargestellt werden. Dies ergibt eine wichtige,
objektiv dokumentierte und grafisch sofort augenfällige Auskunft darüber,
ob und wie kleine (junge) bzw. ausgewachsene Fronds geschädigt werden.
Bewertende Reports können damit auf sehr klare, gut dokumentierte Vorgaben
aus dem Laborprotokoll zurückgreifen. Abbildung 2 zeigt einen Testansatz
mit einem Bodeneluat, bei dem am Testende besonders die jungen Fronds
und die sehr großen Fronds stark geschädigt waren.


Abbildung 2: Orginalbild, auf Farbklassen reduziertes Bild (drei
Grüntöne und Braun für Nekrosen und Chlorosen), und Farbklassen kombiniert
mit der Frondgrößenverteilung. Frondklassifizierung Die Klassifizierung
aller Fronds z. B. in die ASTM-Kategorien lebend – tot ist problemlos
möglich. Dazu müssen nur die prozentualen Anteile der Farbklassen festgelegt
werden, die zur jeweiligen Einstufung führen. Ohne Mehraufwand, objektiv
und reproduzierbar lassen sich so alle Fronds klassifiziert darstellen
und weiter zur Berechnung von Hemmwerten oder z. B. Absterberaten verwenden.

Abbildung. 3: Klassifizierung der Fronds in lebend und tot (mehr als
50 % chlorotisch oder nekrotisch).
FarbanalyseDurch eine sehr differenzierte Farbanalyse und Wichtung
aller Farbwerte in Kombination mit einer Korrelationsanalyse gegenüber
Chlorophyll kann ein bildanalytischer Grünwert ermittelt werden, der
ohne manuellen Zusatzaufwand den Chlorophyllgehalt nachbilden soll.
Dies erlaubt eine zerstörungsfreie Messung und die Ermittlung eines
in Hemmwerte und EC-Werte umrechnungsfähigen Beobachtungsparameters.
Zusammenfassung: Die Farbe ist ein wichtiger Beobachtungsparameter
zur Ermittlung der Vitalität von Wasserlinsen in Biotestsystemen.
Der Lemnatec Scanalyser bietet die einzigartige Möglichkeit, diese
Farbinformationen effektiv zu quantifizieren und in ökotoxikologisch
relevante Kategorien umzusetzen. Leicht erfassbare Ergebnisse der
Farbanalysen kombiniert mit einer Messung von Frondanzahl und Frondfläche
garantieren eine umfassende, objektive und komfortable Testdokumentation
und Auswertung.
| Biotests
mit Wasserlinsen zur Feststellung von Bodenkontaminationen |
|
Neben
den klassischen Einsatzfeldern von Biotests in den Bereichen Chemikalienprüfung
und Abwasseruntersuchung wird die Untersuchung von Böden -
auch in Rahmen des Bodenschutzgesetzes - zunehmend wichtiger. Hierbei
werden auch aquatische Organismen wie Algen, Daphnien und Wasserlinsen,
einerseits für die Risikoabschätzung des Wasserpfades
andererseits aber auch als empfindliche, gut verfügbare und
effektive Detektoren, eingesetzt. Wasserlinsen können in einem
breiten pH-Bereich auch auf gefärbten und trüben Eluaten,
aber auch auf Feststoffsuspensionen eingesetzt werden. Das macht
den Wasserlinsentest wesentlich flexibler als den Algentest. Dies
gilt völlig analog auch für die Untersuchung von Sedimenten.
Der große Vorteil des Wasserlinsentests gegenüber dem
Keimungs- und Wachstumstest mit z. B. Kresse ist das homogene Testmaterial.
Alle Wasserlinsenpflanzen sind Klone, während bei Saatgut die
Herkunft der Charge, die Samengrößenverteilung als auch
die generelle Heterogenität des Erbmaterials zu einer großen
Standardabweichung innerhalb der Parallelen beitragen. Vergleiche
der Empfindlichkeit verschiedener Biotestsysteme sind generell mit
Vorsicht zu betrachten (siehe: Empfindlichkeit von Wasserlinsen
- Ein Vergleich, LemnaTec 1999-020). Die vorliegenden Untersuchungen
deuten darauf hin, daß keines der Testsysteme Alge, Wasserlinse
oder Kresse über alle getesteten Stoffklassen hinweg empfindlicher
ist als die anderen. Dies kann man problemlos ü |